Selbstfahrer-Tour durch Skandinavien
| 21.02.2026 bis 08.03.2026 |
Besuchte Länder: Dänemark, Norwegen und Schweden
Knapp 2 Wochen mit dem Wohnmobil durch Skandinavien
Kilometer: 3.727 (davon 2.524 in Norwegen)
Dieselpreis pro Liter: zwischen 18,79 NOK und 24,89 NOK in Norwegen
Wechselkurs für 1 €: 11,07 NOK
SmartPhone: Samsung Galaxy S23 Ultra
Übernachtungen je Land: 1 in Dänemark, 13 in Norwegen und 1 in Schweden
Übernachtungsart: 5 x Camping und 10 x Wild Camping
Wetter: 3 x Regen, 8 x Wolken und 5 x Sonne
Intro – Zwei Wochen, primär in Norwegen
Das Jahr hatte gerade erst begonnen – oder besser gesagt: Der Winter war noch längst nicht vorbei. Mokel wollte los und suchte einen Fahrer. Ich habe zugesagt.
Mein primäres Ziel war es, ein wenig Winter in Norwegen zu erleben – offen für alles, was sich unterwegs ergeben würde. Dennoch hatte ich mir insgeheim schon einige beeindruckende Eiswelten erhofft, in welcher Form auch immer. Da ich zunächst entlang der norwegischen Westküste nach Norden fahren wollte, bot sich die Route über Däneland an. Von dort ging es mit der Fähre der Fjord Line von Hirtshals nach Kristiansand.
In Norwegen folgte ich zunächst der Küstenlinie nordwärts bis in die Region Bremanger. Von dort ging es landeinwärts über die winterliche Hochebene der Hardangervidda weiter Richtung Osten und schließlich nach Schweden. Der Rückweg führte anschließend entlang der schwedischen Westküste nach Trelleborg, wo ich die Fähre der TT-Line nach Rostock nahm. Von dort waren es nur noch gut zwei Stunden bis nach Hause.
Einige Highlights der Tour
🏡 Helleren am Jøssingfjord
Am Jøssingfjord liegen zwei historische Häuser direkt unter einem gewaltigen Felsüberhang. Die Gebäude sind über 200 Jahre alt und stehen praktisch unter einem natürlichen Felsdach – ein faszinierendes Beispiel dafür, wie Menschen früher die Natur als Schutz nutzten.
🪨 Gloppedalsura – das größte Geröllfeld Nordeuropas
Das gewaltige Blockfeld Gloppedalsura entstand am Ende der letzten Eiszeit, als ein Gletscher enorme Mengen Felsmaterial zurückließ. Riesige Felsblöcke liegen hier wild übereinander – eine beeindruckende, fast surreale Landschaft.
💧 Månafossen – Eisiger Aufstieg
Der Wasserfall Månafossen gehört zu den höchsten Norwegens mit rund 90 Metern Fallhöhe. Der Aufstieg dorthin war jedoch stark vereist und der Wasserfall selbst größtenteils gefroren – ein raues, aber beeindruckendes Winterbild.
❄️ Haukelivegen im Winter
Die Fahrt über die Haukelivegen zeigte Norwegen von seiner winterlichen Seite: vereiste Abschnitte, Minustemperaturen und viel Schnee – genau das, was ich mir für diese Tour erhofft hatte.
🧊 Låtefossen – nahezu komplett eingefroren
Der berühmte Zwillingswasserfall Låtefossen war zu großen Teilen gefroren. Normalerweise stürzen hier zwei Wasserströme parallel unter einer alten Steinbrücke ins Tal.
🌊 Furebergsfossen – zurück ins Leben
Am Abend noch recht ruhig, am nächsten Morgen fast schon wieder in voller Kraft: Der Furebergsfossen zeigte eindrucksvoll, wie schnell sich Wasserfälle zwischen Frost und Tau verändern können.
🌧️ Steinsdalsfossen – aktiv, aber noch gesperrt
Der Steinsdalsfossen war nahezu komplett aktiv. Normalerweise kann man hinter dem Wasserfall entlanggehen – im Winter war der Zugang jedoch noch gesperrt.
🌅 Ein wenig Sonne am Grotlesanden Beach
Der Strand Grotlesanden gilt als einer der schönsten Strände der norwegischen Westküste. Ein kurzer Sonnenmoment reichte, um die weißen Sandflächen und das klare Wasser besonders wirken zu lassen.
☀️ Ein perfekter Sonnennachmittag in Nordfjordeid
Der kleine Ort Nordfjordeid liegt direkt am Ende eines Fjords. Ein sonniger Nachmittag am Wasser – ruhig, entspannt und einer dieser Momente, die eine Reise besonders machen.
💦 Tvinnefossen – mein persönliches Highlight
Der Tvinnefossen war größtenteils noch gefroren. Besonders spektakulär: Hier konnte ich hinter den Wasserfall gehen – Eis, Wasser und Winterlandschaft in einer einzigartigen Kombination.
🧊 Supphellebreen – Begegnung mit einem Gletscher
Ein Fußmarsch durch Schnee führte mich zum Supphellebreen, einem Seitenarm des großen Jostedalsbreen-Gletschers. Das intensive Blau des Gletschereises ist jedes Mal aufs Neue beeindruckend.
🔥 Sauna am Lærdalfjord
Ein besonderer Moment: eine private Holzofen-Sauna direkt am Lærdalfjord – draußen Wintertemperaturen, drinnen wohlige Hitze.
🚗 Der Lærdalstunnel – der längste Straßentunnel der Welt
Mit 24,5 Kilometern ist der Lærdalstunnel der längste Straßentunnel der Welt. Mehrere große, blau beleuchtete Kavernen sorgen unterwegs für Orientierung und eine kurze visuelle Pause.
🌊 Tvindefossen im Sonnenfenster
Der Tvindefossen präsentierte sich wieder voller Leben – und für ein paar Minuten sogar im perfekten Sonnenlicht.
❄️ Vøringsfossen im Winterkleid
Der mächtige Vøringsfossen war noch weitgehend gefroren. Mit Sonne auf den vereisten Felsen entstand eine beeindruckende Winterkulisse.
⛰️ Gaustatoppen und die Gaustabanen
Mit der im Berg verlaufenden Gaustabanen ging es hinauf zum Gaustatoppen. Die Bahn wurde ursprünglich in den 1950er-Jahren für militärische Zwecke gebaut und ist heute eine spannende Mischung aus Technikgeschichte und Naturerlebnis.
🌉 Die Da Vinci Brücke bei Ås
Die Da Vinci Bridge basiert auf einem Brückenentwurf von Leonardo da Vinci aus dem Jahr 1502. Seine Vision wurde viele Jahrhunderte später als modernes Architekturprojekt umgesetzt.
⛪ Stabkirchen im Winter
Eine besondere Atmosphäre boten mehrere historische Stabkirchen:
Røldal, Kaupanger, Borgund, Heddal, Uvdal, Nore, Rollag und Flesberg.
Diese mittelalterlichen Holzkirchen gehören zu den ältesten erhaltenen Kirchenbauten Europas und wirken im Winter besonders mystisch.
Glanzlichter & Gänsehautmomente
Was für Highlights diesmal in den norwegischen Eiswelten!
💦 Tvinnefossen – mein persönliches Highlight
Der Tvinnefossen war für mich ganz klar der Höhepunkt dieser Tour. Der Wasserfall war größtenteils noch gefroren, doch das Tauwetter und vermutlich auch der viele Regen der vergangenen Tage hatten bereits wieder reichlich Wasser in Bewegung gebracht. Dadurch entstand eine faszinierende Mischung aus gefrorenen Eisformationen und lebendig fließendem Wasser – genau die Art von Winterlandschaft, die ich mir erhofft hatte.
Besonders spektakulär ist hier, dass man hinter den Wasserfall gelangen kann. Nun ja, „gehen“ ist vielleicht etwas optimistisch formuliert – eher rutschen. Rund um den Wasserfall war praktisch alles komplett gefroren. Jeder Schritt wollte bedacht sein, denn der Boden war großflächig spiegelglatt. Der Weg dorthin ist überraschend einfach: Vom Parkplatz sind es gerade einmal etwa 1,5 Kilometer auf einem weitgehend flachen Pfad. Nur die letzten Meter zu den Aussichtspunkten werden etwas kniffliger. Und dann kommt der Moment, in dem man tatsächlich hinter dem Wasserfall steht – mit Blick durch den Wasserschleier nach draußen.
Für mich war das ein wirklich einzigartiges Erlebnis. Eis, Wasser und Winterlandschaft verschmelzen hier zu einer beeindruckenden Kulisse. Und wie so oft auf dieser Reise hatte ich auch diesen Ort komplett für mich allein. Ein Moment, den ich sicher nicht vergessen werde.
⛰️ Gaustabanen – Technikgeschichte im Berg
Ein weiteres Highlight – diesmal eher aus historischer und technischer Perspektive – war die Gaustabanen am Gaustatoppen.
Diese Anlage gehört zweifellos zu den ungewöhnlichsten technischen Bauwerken Norwegens: eine elektrische Seilbahn, die komplett im Inneren eines Berges verläuft.
Ein kurzer Blick in die Geschichte
Bauzeit: begonnen 1954, fertiggestellt 1959
Hintergrund: Während des Kalten Krieges entstand hier eine streng geheime Anlage für eine militärische Funkstation
Idee: Die Station sollte auch bei extremem Wetter erreichbar sein und gleichzeitig geschützt im Inneren des Berges liegen
Beteiligte: Die norwegischen Streitkräfte als Bauherr, finanziell unterstützt von der NATO
Technische Besonderheiten
Die Anlage besteht aus zwei Abschnitten:
Ein etwa 850 Meter langer horizontaler Tunnel, der tief in den Berg hineinführt
Anschließend eine 1.045 Meter lange Standseilbahn mit einer Steigung von rund 39 Grad
Erst seit 2010 ist die Anlage für Besucher geöffnet. Heute bringt sie Wanderer und Touristen in rund 15 Minuten fast bis zum Gipfel auf etwa 1.883 Meter Höhe.
Die Fahrt besteht aus zwei Etappen:
Zunächst fährt ein batteriebetriebener Wagen die Besucher horizontal in den Berg hinein. Danach folgt die eigentliche Standseilbahn, die in einem schrägen Schacht steil nach oben führt. Oben angekommen trennen nur noch wenige Treppenstufen von der Aussichtsplattform. Bei gutem Wetter soll man von hier aus rund ein Sechstel der Fläche Norwegens überblicken können.
Dieses Glück hatte ich an diesem Tag leider nicht – oben angekommen lag alles dicht in den Wolken. Doch allein die Geschichte und die beeindruckende Ingenieursleistung machen diesen Ort zu etwas Besonderem. Und wer weiß: Vielleicht steht dieser Ort noch einmal auf meiner Bucket List – dann im Sommer, bei klarem Himmel und hoffentlich einem Blick über die endlosen Weiten Norwegens.

Erfahrungen / Erlebnisse
Auf meiner mittlerweile sechsten Reise durch Skandinavien führte mich diese Tour erneut überwiegend durch Norwegen. Zwei Wochen war ich unterwegs – eine Zeitspanne, die sich am Ende genau richtig anfühlte. Ich konnte vieles erleben, was ich mir vorgenommen hatte.
Zugegeben: Die Überquerung der Hardangervidda hatte ich mir ursprünglich als eines der großen Highlights dieser Reise vorgestellt. Doch dort zeigte sich das Wetter von seiner typisch norwegischen Seite – grau, wolkenverhangen und mit eingeschränkter Sicht. Aber genau das gehört eben auch dazu. Das passende Wetter lässt sich nun einmal nicht buchen – und vielleicht ist gerade das Teil des Reizes solcher Reisen.
Unterwegs mit Mokel – bestens vorbereitet
Gefühlt begann die Reise bereits vor dem eigentlichen Start. Mein treuer Begleiter „Mokel“ hatte kurz zuvor alle wichtigen Termine hinter sich gebracht, die bei einem Camper anstehen:
Dichtigkeitsprüfung
Gasprüfung
Inspektion
neue Vorderreifen
Wechsel des Zahnriemens
Mit anderen Worten: technisch bestens vorbereitet für neue Abenteuer.
Auch die Neuerungen, die ich für „Mokel 2.0“ umgesetzt hatte, bewährten sich unterwegs hervorragend. Dazu gehörten unter anderem:
eine neue DAB+-Antenne auf dem Dach für besseren Radioempfang
nun auch Solarpanels, die – sobald sich die Sonne zeigte – zuverlässig die Aufbaubatterien nachluden
sowie ein Wechselrichter, über den ich die gewonnene Energie direkt nutzen konnte
Besonders praktisch war dabei mein kleiner Küchenhelfer, der Air Fryer „Ninja Crispi“. Damit ließ sich unterwegs erstaunlich komfortabel kochen – vom schnellen Snack bis zum kompletten Abendessen. Gerade auf längeren Touren sind solche kleinen technischen Verbesserungen Gold wert.
Winterruhe auf Norwegens Straßen
Ein weiterer großer Vorteil – zumindest zu meiner Reisezeit – war die unglaubliche Ruhe auf den Straßen. Der Verkehr hielt sich stark in Grenzen, Campern begegnete ich nur selten. Wenn überhaupt, dann vielleicht alle zwei Tage einmal – häufig waren es sogar eher norwegische Fahrzeuge als deutsche.
Diese Stille, kombiniert mit der Weite der Landschaft, machte das Fahren oft zu einem beinahe meditativen Erlebnis. Kilometer um Kilometer durch Fjorde, Täler und über Hochebenen, begleitet nur vom Motor, dem Radio und den wechselnden Landschaftsbildern draußen vor der Windschutzscheibe.
Ganz ohne Herausforderungen blieb es natürlich nicht. Der norwegische Winter meldete sich immer wieder zurück. Jedes Mal, wenn ich dachte, der Schnee und das Eis hätten sich auf den Straßen erst einmal verabschiedet, tauchten sie plötzlich wieder auf – mal in Form vereister Abschnitte, mal als frisch verschneite Landschaft.
Doch genau deshalb war ich ja zu dieser Jahreszeit unterwegs. Ich wollte den Winter erleben. Und am Ende ließ sich jede Situation meistern – mit etwas Aufmerksamkeit, Geduld und dem nötigen Respekt vor den Bedingungen.
| Übernachtungen | |||
|---|---|---|---|
| Datum | Land | Ort | Art |
| 21.02.2026 | DK | Tornby Strand Camping – Tornby | Camping |
| 22.02.2026 | NO | Parkplatz – Lindesnes Fyr – Lindesnes | Camping |
| 23.02.2026 | NO | Parkplatz – Tordalsvegen – Fv133 – Kartavoll Area | Wild Camping |
| 24.02.2026 | NO | Rastplatz Ropeid – 46 – Ropeid Area | Wild Camping |
| 25.02.2026 | NO | Ænes Camping – Rv551 | Camping |
| 26.02.2026 | NO | Parkplatz Bootshafen Naustdalssanden – Fv611 – Naustdal | Wild Camping |
| 27.02.2026 | NO | Iglandsvik Marina – Bremanger | Camping |
| 28.02.2026 | NO | Parkplatz vor Schule – Randabygda | Wild Camping |
| 01.03.2026 | NO | Kjørnes Camping – Sogndal | Wild Camping |
| 02.03.2026 | NO | Rastplatz Koret – nahe E16 – Borgund Area | Wild Camping |
| 03.03.2026 | NO | Parkplatz Seimskiftet – Rv13 – Nesheim Area | Wild Camping |
| 04.03.2026 | NO | Parkplatz alter Fähranleger Brimnes – Rv7 – Eidfjord Area | Wild Camping |
| 05.03.2026 | NO | Rastplatz Gravtjønn øst – Fv37 – Rudsgrend | Wild Camping |
| 06.03.2026 | NO | Parkplatz am Årbogen – Krokstadelva | Wild Camping |
| 07.03.2026 | SE | Björkängs Vandrarhem – Björkäng | Camping |
Tipps / Hinweise / Erkenntnisse
Treibstoffpreise
Keine Struktur mehr, hier kann weiter jeder machen was er will. Die passende App benutzen und versuchen Schnäppchen zu machen – DrivstoffAppen
Dieselpreise zu meiner Reisezeit zwischen 18,79 und 24,89 NOK.
Und natürlich schlug auch hier der Iran-Krieg zu, von jetzt auf gleich um 5 Kronen hoch.


