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07.03.2026

15. Tag

Von  Krokstadelva nach Björkäng

Nun ja – am gestrigen späten Abend, einem Freitag, hatte sich die Dorfjugend mit ihren aufgemotzten Autos offenbar vorgenommen, mich vom Schlafen abzuhalten. Oder sie gingen einfach nur ihrer üblichen Freitagabend-Beschäftigung nach. Das Ergebnis war jedenfalls identisch.

Gegen Mitternacht war der – irgendwie auch ganz amüsante – Spuk vorbei. Danach wurde es ruhig und da hier sonst niemand mehr vorbeifuhr, hatte ich schließlich doch noch eine gute Nacht.

Am Morgen zeigte das Thermometer gerade einmal ein Grad, der Himmel war komplett verhangen – also kein Grund für einen besonders frühen Start. Gegen 10 Uhr machte ich mich dennoch auf den Weg. In meinem Kopf begann sich eine Idee zu formen. Zuerst jedoch noch eine Kleinigkeit einkaufen – mein finales Shopping in Norwegen – und danach zum einzigen geplanten Tagesziel: einer besonderen Brücke bei Ås.

Wissen, das niemand wirklich braucht

Im Jahr 1502 schlug Leonardo da Vinci dem osmanischen Sultan Bayezid II eine Brücke über das Golden Horn vor.

Ja – Leonardo da Vinci hat nicht nur gemalt. Seine Konstruktion wurde damals allerdings nie gebaut. Die Pläne sind jedoch erhalten geblieben. Auf Basis dieser Idee entstand viele Jahrhunderte später eine moderne Umsetzung seiner Vision – und da ich gerade in der Nähe war, wollte ich mir diese Brücke unbedingt ansehen: die Da Vinci Bridge.

Der Himmel blieb weiterhin dicht, doch während der Fahrt nahm mein Plan langsam klare Formen an: einfach weiterfahren und sehen, wie weit ich heute noch komme.

Um 13 Uhr überquerte ich die Grenze nach Schweden und gegen 17 Uhr erreichte ich den Strand von Björkäng am Kattegat.

Ich hatte es schon geahnt: Camping ist hier nicht erlaubt. Aber ich war vorbereitet. Entweder würde einer der Plätze frei sein, auf dem ich im letzten Jahr gestanden hatte – was leider nicht der Fall war – oder ich würde den Tipp ausprobieren, den ich bei Park4Night gesehen hatte.

So landete ich schließlich beim Björkängs Vandrarhem. Dort war alles vorhanden, was man brauchen könnte. Ich selbst brauchte eigentlich nichts davon – mein Camper ist schließlich autark – aber in dieser Gegend von Westschweden ist freies Übernachten nicht ganz so einfach.

Am Abend kaufte ich schließlich das Fährticket für morgen nach Hause. Damit bekam mein Plan seinen finalen Abschluss. Zum Abendessen gab es Lachs aus dem Air Fryer – herrlich einfach und genau das Richtige zum Abschluss.

Damit geht ein kurzer, aber grandioser Trip langsam zu Ende. Ich habe alles erlebt, was ich mir vorgenommen hatte. Und die Reise jetzt noch künstlich zu verlängern, nur um länger unterwegs zu sein – ist nicht so meins.

Übernachtung: Björkängs Vandrarhem
Übernachtungsart: Camping
Tageskilometer: 427
Wetter: Wolken

 

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