13. Tag
Von Brimnes nach Rudsgrend
Direkt an der Rv7 zu stehen – und dann auch noch ohne Ohrenstöpsel – war keine meiner besseren Ideen. Entsprechend mäßig fiel die Nacht aus.
Der Start in den Tag machte das jedoch schnell wieder wett. Ich war früh wach, der Himmel zeigte bereits ein kräftiges Blau und die Sonne wartete scheinbar nur darauf, endlich loslegen zu dürfen. Also startete ich bereits um 7:15 Uhr. Erst kurz auftanken und dann direkt weiter zu den Vøringsfossen.
Offiziell war der Bereich noch gesperrt, lediglich die E-Ladesäulen für Teslas waren zugänglich und drumherum gab es ein paar Parkmöglichkeiten. Es war noch frisch, und die Sonne versteckte sich weiterhin hinter den Bergen. Ich drehte eine erste Runde und machte die üblichen Aufnahmen mit dem Smartphone.
Zurück am Camper stand zunächst ein Frühstück an. Danach schnappte ich mir die Drohne und ging zur nahegelegenen Brücke. Von dort aus flog ich ein wenig über die Schlucht und sammelte weitere Eindrücke. Die Sonne kam zwar langsam hervor, war aber noch nicht hoch genug, um wirklich viel zu beleuchten – tja, Winter eben.
Also entschied ich mich, es auch noch am oberen Parkplatz zu versuchen. Die Straße dorthin war geräumt, aber die Zufahrt zum Parkplatz selbst war versperrt. Also parkte ich kurzerhand davor und zog erneut mit der Drohne los, um noch ein paar weitere Aufnahmen einzufangen.
Um 10:30 Uhr begann dann der Abschnitt, auf den ich mich während der ganzen Reise besonders gefreut hatte: die Überquerung der Hardangervidda.
Ich hatte alles darauf ausgerichtet – Route angepasst, Übernachtungen geplant, das Wetter verfolgt und sogar am Morgen noch die Verkehrskameras entlang der Strecke überprüft. Die Prognosen sahen perfekt aus: Sonne am Eidfjord, bei den Vøringsfossen und später auch auf der anderen Seite in Geilo.
Was soll ich sagen: Kurz nach dem Start an den Vøringsfossen fuhr ich direkt in tief hängende Wolken hinein. Und diese blieben… fast die komplette Strecke bis Haugastøl. Rund 95 % der Überfahrt bestand aus einer Sichtweite von vielleicht 50 bis 100 Metern. Aaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaah.
Ich hatte mich so sehr darauf gefreut. Aber manchmal ist es eben so – Planung hin oder her, die Realität kommt dann einfach dazwischen. Also verschiebe ich dieses Schnee-Erlebnis auf die nächste Tour.
Ab Geilo änderte sich das Bild dann schlagartig: strahlender Sonnenschein bis zum Tagesende. Einfach herrlich.
Auf dem weiteren Weg legte ich mehrere kurze Fotostopps ein – bei den Stabkirchen von Uvdal, Nore, Rollag und Flesberg.
Da für den nächsten Vormittag erneut Sonne angekündigt war, fuhr ich noch ein gutes Stück weiter, um möglichst nah an meinem nächsten Ziel zu übernachten.
So endete der Tag schließlich auf einem Rastplatz in der Nähe von Rjukan.
Übernachtung: Rastplatz Gravtjønn øst
Übernachtungsart: Wild Camping
Tageskilometer: 328
Wetter: Sonne
