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26.02.2026

06. Tag

Von Ænes nach Naustdal

Dieser Tag begann mit Regen – und er endete auch so. Dazwischen gab es zwar kurze Phasen ohne Wasser von oben, aber insgesamt war der Regen heute der klare Taktgeber.

Die Nacht zuvor war dennoch erstaunlich ruhig. Trotz immer wieder prasselnder Tropfen auf dem Camperdach schlief ich gut. Am Morgen spielte ich mehrfach verschiedene Szenarien durch: Abwarten? Später los? Oder direkt starten und flexibel bleiben? Mein Ziel war der Steinsdalsfossen und ich wollte ihn unbedingt in einem halbwegs freundlichen Moment erleben.

Also Entscheidung: Richtung Jondal, dort auf die Fähre – und lieber Wasserfall warten und reagieren. Auf dem Weg legte ich noch einen kurzen Stopp bei den Furebergsfossen ein. Im Vergleich zum Vorabend war hier jetzt deutlich mehr Bewegung im Spiel – der Wasserfall lief kraftvoll und präsentierte sich von seiner dynamischen Seite.

Die Fähre um 10:20 Uhr bekam ich problemlos und kurz vor 11 Uhr stand ich bereits am Steinsdalsfossen. Bis dahin hatte es konstant geregnet – doch plötzlich hörte es auf. Es wurde für einen kurzen Moment heller, der Nebel hob sich etwas. Perfektes Timing. Schnell raus, Kamera bereit, und „abschießen das Teil“.

Vor ein paar Tagen hatte ich noch Bilder vom komplett gefrorenen Wasserfall gesehen. Jetzt war er wieder in voller Bewegung. Wahrscheinlich zu warm, zu viel Regen – aber egal. Es sah großartig aus: links und rechts noch massive Eisflächen, in der Mitte ein kraftvoller, tosender Fall. Kurz darauf kehrte der Regen zurück, der Nebel senkte sich wieder. Für mich ein rundes Zeichen: Passt. Zurück in den Camper, Admin-Kram erledigen, frühstücken.

Danach stellte sich die Frage: Hier in der Nähe bleiben oder noch Strecke machen? Da der Tag ohnehin vom Regen dominiert würde, entschied ich mich weiterzufahren – Richtung Fähranleger Oppedal. Insgeheim hoffte ich, dort auf eine besondere Fähre zu treffen: die MF Ampere, die weltweit erste vollelektrische Autofähre, seit Mai 2015 im Einsatz. Als ich am Anleger ankam, fiel sofort auf: ungewöhnlich viele Fahrzeuge warteten. Offenbar war zuvor eine Überfahrt ausgefallen.

Die nächste Fähre kam 20 Minuten später – allerdings nicht die Ampere, sondern die Oppedal. Egal. Drauf und rüber. An Bord sprach ich einen Mitarbeiter an und fragte nach. Die Ampere fahre aktuell nicht, wohl Probleme mit den Batterien. Schade – aber immerhin nachgefragt.

Vom Zielhafen Lavik bis nach Naustdal sind es rund 70 Kilometer. Entscheidung: Das schaffe ich noch im Hellen. Also direkt weiter. Kurz vor 18 Uhr erreichte ich Naustdalssanden, einen kleinen, ruhigen Platz im Bootshafen, an dem ich bereits im Juni letzten Jahres gestanden hatte. Genug Licht zum entspannten Einparken, Regen im Hintergrund – und ein weiterer Reisetag, der trotz Dauerfeuchte seine besonderen Momente hatte.

Übernachtung: Parkplatz Bootshafen Naustdalssanden
Übernachtungsart: Wild Camping
Tageskilometer: 279
Wetter: Regen

 

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