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03.03.2026

11. Tag

Von Borgund nach Nesheim

Die Nacht war unruhig. Vielleicht ahnte ich schon, was kommen würde.

Noch vor 8 Uhr war ich unterwegs und erreichte den Pass in Richtung Hemsedal gegen 8 Uhr. Eigentlich wollte ich zu den Rjukandefossen. Doch Neuschnee, Minustemperaturen und ein vor mir liegender, mir unbekannter Pass – das fühlte sich nicht richtig an. Also Mission abgebrochen.

Auf dem Parkplatz vor der Borgund Stabkirche leckte ich meine Wunden – und belohnte mich mit einem ausgedehnten Frühstück. Währenddessen begann es stärker zu schneien. Erst zaghaft, dann zunehmend dichter, bis der Asphalt kaum noch zu erkennen war. Auch hier: Abbruch. Rein in den Camper – ab in einen Tunnel.

Kurz darauf folgte der nächste Abschnitt unter der Erde: der Lærdalstunnel, mit 24,5 Kilometern immer noch der längste Straßentunnel dieses Planeten.

Zu Beginn gilt Tempo 70, dann wird auf 80 km/h erhöht. Nach etwa fünf Kilometern tauchen die ersten Tunnel-Lichtinstallationen auf – dann nochmals zur Hälfte und erneut rund fünf Kilometer vor dem Ende. Hält man die 80 km/h, dauert die unterirdische Passage knapp 20 Minuten.

Bemerkenswert war diesmal etwas anderes: die Temperatur. Während draußen winterliche Bedingungen herrschten, zeigte das Thermometer im Tunnel in der Spitze fast tropische 17 Grad. Ein sehr spürbarer Kontrast.

Doch es sollte der Tag der nächsten Absage werden.

Punkt 12 Uhr wurde ich vor den Serpentinen Richtung Vikøyri – dort steht unter anderem die Hopperstad Stabkirche – von einem querstehenden SUV gestoppt.

Die Bedingungen seien unsicher, es werde nur noch im Konvoi gefahren, der nächste frühestens in einer Stunde – und vermutlich nicht geeignet für einen Camper. Der SUV selbst hatte kleine Spikes auf den Reifen. Offenbar momentan keine schlechte Idee.

Also wieder: umdrehen.

Nächstes Ziel: die Tvindefossen. Vielleicht würde sich hier wenigstens der Himmel öffnen. Und tatsächlich – für knapp fünf Minuten zogen die Wolken beiseite. Sonne, blauer Himmel, der Wasserfall in Szene gesetzt – und ich mittendrin. Es ging also doch noch.

Der Rest des Tages ist schnell erzählt:
In Voss tauschte ich meine leere Stahl-Gasflasche gegen eine gefüllte, erledigte einen kurzen Einkauf bei Extra und fuhr weiter Richtung Skjervsfossen, wo ich eigentlich übernachten wollte. Doch auch hier: rotes Klebeband über dem Hinweisschild. Gesperrt. Ich hatte es schon erwartet. 

Also Plan B: ein Parkplatz bei Nesheim, direkt an der Rv13. Straßenlärm war vorhanden, hielt sich aber nachts in Grenzen.

Zum Abschluss dieses durchwachsenen Tages durfte der Air Fryer wieder ran und zauberte mir herrlich knusprige Chicken Nuggets.

Licht aus. Gute Nacht.

Übernachtung: Parkplatz Seimskiftet
Übernachtungsart: Wild Camping
Tageskilometer: 207
Wetter: Wolken

 

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