02. Tag
Von Tornby (Dänemark) mit der Fähre nach Kristiansand (Norwegen) und bis nach Lindesnes
Da ich bereits um 6 Uhr wach war, ging es entsprechend früh los. Kurz vor 8 Uhr stand ich an der F24 in Hirtshals zum Tanken – und wieder einmal bestätigte sich meine persönliche Theorie zum Thema „dominanter Standort“.
Wer in Hirtshals auf eine Fähre möchte – egal ob Fjordline oder Color Line – landet zwangsläufig am letzten großen Kreisverkehr vor dem Hafen. Genau dort haben sich zwei Tankstellen positioniert: Go’On und Circle K. Und genau dort werden Preise aufgerufen, die deutlich über dem liegen, was man sonst im Land zahlt.
Normalerweise sind die Spritpreise in Dänemark erstaunlich homogen, mit Abweichungen von wenigen Øre. Gestern lag der Dieselpreis landesweit – von der Grenze bis hoch nach Hirtshals – bei 13,19 bis 13,29 DKK pro Liter. Bei Go’On hingegen standen nun 14,49 DKK auf der Anzeige. Umgerechnet ein Aufschlag von rund 17 Eurocent pro Liter – nicht wenig.
Ich bin also knapp 1,7 Kilometer weitergefahren, Richtung Color-Line-Anleger, dann rechts ab in Richtung Fjordline. Dort liegt eine F24, die ganz regulär 13,19 DKK verlangte. Kein Umweg, im Gegenteil – diese Straße führt ohnehin direkt zur Fjordline. Vermutlich zahlt man diesen „Fährzuschlag“ nur einmal im Leben und ist danach geheilt.
Der Gedanke dahinter ist natürlich nachvollziehbar: Noch schnell in Dänemark vollmachen, weil es in Norwegen deutlich teurer ist. Wobei auch das so pauschal nicht mehr stimmt – spätestens ab Anfang 2026, wenn durch allgemeine Preissteigerungen und die CO₂-Abgabe auch der dänische Diesel spürbar teurer wurde.
Dann also weiter zur Fähre. Die Schalter für die Abfahrt um 9:30 Uhr waren bereits geöffnet. Freundliche Mitarbeiter, ein kurzer Blick auf den Ausweis – dank Kennzeichen wissen sie ohnehin längst, wer man ist. Ticket erledigt, durchgewunken, eingeordnet in Lane 30 hinter einem Truck.
Acht Minuten vor der geplanten Zeit legte der Kutter ab. Ich stand an zweiter Position, dazu später mehr, denn es wurden noch zahlreiche LKWs auf der freien Spur neben mir untergebracht. Die Überfahrt selbst war ruhig und angenehm. An Bord gibt es kostenloses WLAN – nicht schnell, aber stabil und sogar auf dem Autodeck 3 verfügbar.
Um 13:30 Uhr rollte ich schließlich von Bord. Erst wurden die LKWs links von mir entladen, dann zahlreiche Autos von anderen Decks – und irgendwann dann auch ich. Draußen schneite es noch leicht, überall Matsch: Offenbar hatte es am Vormittag ordentlich geschneit.
Weiter ging es über die E39 Richtung Westen. Kurzer Stopp in Mandal, aber da das Wasser nicht zugefroren war und mich nichts wirklich hielt, fuhr ich zügig weiter zum nächsten grob geplanten Punkt: dem Restaurant Under bei Spangereid. Auch hier hatte ich auf mehr Winterstimmung gehofft – Schnee, vielleicht sogar Eisschollen auf dem Wasser – aber Fehlanzeige. Ein paar Fotos, dann weiter.
Kurz vor 16 Uhr erreichte ich schließlich den Parkplatz am Leuchtturm Lindesnes. Ich wartete noch den leichten Nieselregen ab, stieg dann hinauf. Weißer Himmel, kaum Farben – eigentlich nur das markante Rot des Leuchtturms. Dennoch ein paar Alibi-Fotos, dann zurück in den warmen Camper.
Übernachtung: Parkplatz am Leuchtturm Lindesnes
Übernachtungsart: Camping
Tageskilometer: 93
Wetter: Wolken
