Selbstfahrer-Tour durch Skandinavien
| 18.08.2024 bis 26.09.2024 |
Besuchte Länder: Schweden, Finnland und Norwegen
Fast 6 Wochen mit dem Wohnmobil durch Skandinavien
Kilometer: 9.323 (davon 5.832 in Norwegen)
Dieselpreis pro Liter: zwischen 17,05 NOK und 20,45 NOK
Wechselkurs für 1 €: 11,76 NOK im Durchschnitt
SmartPhone: Samsung Galaxy S23 Ultra
Übernachtungen je Land: 5 in Schweden, 3 in Finnland und 31 in Norwegen
Übernachtungsart: 9 x Camping und 30 x Wild Camping
Wetter: 4 x Regen, 15 x Wolken und 20 x Sonne
Intro – Sechs Wochen. Drei Länder. Unzählige Momente.
Die erste Norwegen-Tour war kaum vorbei – da war klar: Das war noch nicht genug. Also keine langen Überlegungen, kein Zögern. Ich wollte wieder los. Musste wieder los. Und durfte es auch. Der Sommer war schließlich noch da.
Dieses Mal stand noch mehr Skandinavien auf dem Plan: durch Schweden, weiter nach Finnland, hinauf bis zum Nordkap – und über Norwegen zurück. Kein straffer Zeitplan, kein reines Abarbeiten von Zielen. Der Weg selbst war das Ziel. Neue Landschaften, neue Eindrücke, viel Freiheit – und jede Menge Raum für spontane Entscheidungen.
Der Start erfolgte diesmal mit einer anderen Fähre: von Puttgarden nach Rødby, anschließend über die Öresundbrücke direkt nach Schweden. Von dort ging es entlang der Ostküste am Bottnischen Meerbusen nach Norden. Erstes Zwischenziel: Haparanda an der finnischen Grenze – Heimat des nördlichsten IKEA Europas.
Dann weiter hinein nach Finnland, immer höher hinauf, bis schließlich Norwegen wieder rief: über Kirkenes, nur wenige Kilometer von der russischen Grenze entfernt, bis ganz nach oben ans Nordkap. Der Rückweg führte entlang der spektakulären norwegischen Westküste, gespickt mit zahlreichen Highlights, bis nach Kristiansand – und von dort per Fähre nach Hirtshals und langsam zurück Richtung Heimat.
Meine persönlichen Ziele waren klar umrissen: weitere Stabkirchen entdecken, noch unbekannte Landschaftsrouten fahren – und Raum lassen für all das, was sich unterwegs ergibt. Denn oft sind es gerade die ungeplanten Momente, die am längsten bleiben.
Highlights
Diese Tour war reich an besonderen Orten – manche geplant, viele überraschend, alle auf ihre eigene Art eindrucksvoll:
🦌 Smålandet Älgsafari – Elche aus nächster Nähe erleben
🏺 Gamla Uppsala – geschichtsträchtiger Ort mit mystischer Atmosphäre
🏘️ Gammelstads kyrkstad – UNESCO-Weltkulturerbe mit einzigartigem Charme
🎅 Santa Claus Village, Rovaniemi – im Sommer schneelos, Polarkreis wunderbar inszeniert
🧭 Siida – Saamelaismuseo – tiefgehende Einblicke in Kultur und Leben der Samen
🌍 Zum ersten Mal am Nordkap – leider bei schlechtem Wetter, aber dennoch ein Gänsehautmoment
🌊 Saltstraumen – gewaltige Gezeitenströme in Aktion
🕳️ Torghatten – der berühmte Berg mit Loch
🛣️ Atlantikstraße – eine der spektakulärsten Küstenstraßen Europas
💦 Vinnufossen – beeindruckender Wasserfall, perfekt für einen kleinen Spaziergang
🏔️ Landschaftsroute Sognefjellet (Fv55) – Hochgebirge, Weite, Freiheit
🪑 Rastplatz Oskarshaug – skandinavisches Design trifft Natur
🧊 Nigardsbreen Gletscher – Eis in Bewegung
🌄 Landschaftsroute Aurlandsfjellet (Fv243) – dramatische Panoramen
🚿 Furebergsfossen – Wasserfall direkt an der Straße
📸 Bondhusvatnet – Foto-Filmkulisse
🌈 Låtefossen – Norwegens Wasserfälle in ihrer ganzen Vielfalt
🚢 Vrangfoss Schleuse (Telemarkkanal) – Technikgeschichte in wunderschöner Umgebung
🌿 Landschaftsroute Ryfylke – entlang üppig bewachsener Fjorde und kahler Berge
🪑 World’s largest traditional Jærstol – skurril, aber charmant
🏖️ Brusand Strand – kilometerlanger Sand und wilde Nordsee
🏡 Sogndalstrand – kleine Perle mit viel Atmosphäre
🐟 Kvåsfossen Lachstreppe – Natur trifft Ingenieurskunst
🌲 Skrelia – Ruhe, Wald, Weite
🚨 Lindesnes Leuchtturm – südlichster Punkt Norwegens
🌅 Mandal – Aussichtspunkt Oranienborg – perfekter Abschluss mit Blick über Stadt und Meer

Erfahrungen / Erlebnisse
Mein noch relativ junger Freund Mokel war auch diesmal wieder mit auf Tour und hat – trotz kleiner Herausforderungen – zuverlässig durchgehalten. Er gab mir stets ein sicheres Gefühl auf der Straße.
Schon vor dem Start und bis zum 4. September 2024 um etwa 19:10 Uhr kreisten meine Gedanken immer wieder um Technik, Öl-Lebensdauer, Service, Notlauf-Modus und die Frage: Was, wenn doch das vermeintlich „Unabwendbare“ passiert?
Dann stieß ich auf eine clevere Lösung auf YouTube, die mir auf einen Schlag viele Probleme nahm. Von da an konnte ich entspannt und mit klarem Kopf weiterreisen – sogar die Tour verlängern. Mehr dazu im Bericht: Die Geschichte um die Öl-Lebensdauer beim Mokel.
Einmal mehr: Danke, Norwegen – für dieses warme Willkommen.
Für all die grandiosen Landschaften, stillen Momente, überraschenden Begegnungen und unvergesslichen Eindrücke.
So viele Highlights, so viele Erlebnisse – und trotzdem fühlt es sich an, als hätte ich erst an der Oberfläche gekratzt.
Ich komme wieder.
Ganz sicher.
Denn davon möchte ich noch sehr viel mehr.
| Übernachtungen | |||
|---|---|---|---|
| Datum | Land | Ort | Art |
| 18.08.2024 | SE | Parkplatz – Smålandet Älgsafari – Markaryd | Wild Camping |
| 19.08.2024 | SE | Parkplatz – Sandviken Badplats – Mariestad | Wild Camping |
| 20.08.2024 | SE | Parkstreifen – Saltharsvägen – Norrsundet Area | Wild Camping |
| 21.08.2024 | SE | Parkstreifen – Killingsanden Beach – Granberget | Wild Camping |
| 22.08.2024 | SE | Båtklubben bothnia Camping – Haparandahamn | Camping |
| 23.08.2024 | FI | Parkplatz – Ahvenlampi Lake – Luosto NP | Wild Camping |
| 24.08.2024 | FI | Parkstreifen – Solojärvi Beach – Inari Area | Wild Camping |
| 25.08.2024 | FI | Parkstreifen – Solojärvi Beach – Inari Area | Wild Camping |
| 26.08.2024 | NO | Parkstreifen Bøkfjordbrua – Fv8110 – Elvenes | Wild Camping |
| 27.08.2024 | NO | Parkstreifen Porsangerfjord – Fv183 – Børselv Area | Wild Camping |
| 28.08.2024 | NO | Rastplatz Turfjordhøyda – E69 – Skarsvåg Area | Wild Camping |
| 29.08.2024 | NO | Rastplatz Kåfjordbotn – Kåfjord Area | Wild Camping |
| 30.08.2024 | NO | Grøtfjord Camping – nahe Fv57 | Camping |
| 31.08.2024 | NO | Sørkil Fjordcamping – E6 – Sørkil | Camping |
| 01.09.2024 | NO | Parkplatz – Saltstraumbrücke | Wild Camping |
| 02.09.2024 | NO | Parkplatz Torgahaugen Gjestehus – Torghatten | Camping |
| 03.09.2024 | NO | Rastplatz Heilhornet – Fv17 – Lysfjord Area | Wild Camping |
| 04.09.2024 | NO | Parkplatz vor Storseisundbrua – Atlantikstraße | Wild Camping |
| 05.09.2024 | NO | Parkplatz Hågå – Atlantikstraße | Wild Camping |
| 06.09.2024 | NO | Parkstreifen – Sklift – Oppdal | Wild Camping |
| 07.09.2024 | NO | Rastplatz Ormberg – Fv604 – Gaupne Area | Wild Camping |
| 08.09.2024 | NO | Parkstreifen – Raaum Gard – Hafslo Area | Wild Camping |
| 09.09.2024 | NO | Parkstreifen – Raaum Gard – Hafslo Area | Wild Camping |
| 10.09.2024 | NO | Rastplatz Røyrnes – Sognefjord – Fv243 – Lærdal | Wild Camping |
| 11.09.2024 | NO | Rastplatz Hemsing – E16 – Neset | Wild Camping |
| 12.09.2024 | NO | Rastplatz Åsbrekkegjelet – E16 – Tvindefossen Area | Wild Camping |
| 13.09.2024 | NO | Ænes Camping – Rv551 | Camping |
| 14.09.2024 | NO | Ænes Camping – Rv551 | Camping |
| 15.09.2024 | NO | Parkplatz – Mo-Byrtevegen – Øvre Byrte Area | Wild Camping |
| 16.09.2024 | NO | Rastplatz Eidsfoss – Vrangfoss Area | Wild Camping |
| 17.09.2024 | NO | Ænes Camping – Rv551 | Camping |
| 18.09.2024 | NO | Parkplatz – Denkmal Knut Vesthassel – 520 – Sauda Area | Wild Camping |
| 19.09.2024 | NO | Rastplatz Hauske – Rv13 – Hjelmeland Area | Wild Camping |
| 20.09.2024 | NO | Parkplatz Strand – Fv44 – Brusand | Wild Camping |
| 21.09.2024 | NO | Kvåsfossen Camping – Fv43 – Kvås | Camping |
| 22.09.2024 | NO | Parkstreifen – Skrelia – Lyngdal Area | Wild Camping |
| 23.09.2024 | NO | Parkplatz – Lindesnes Fyr – Lindesnes | Camping |
| 24.09.2024 | NO | Parkstreifen – Udlandsvannet – E39 – Lyngdal Area | Wild Camping |
| 25.09.2024 | NO | Parkplatz Monan – E39 – Tangvall Area | Wild Camping |
Magic Moment
Es war vielleicht nicht ganz so magisch wie mein letzter magischer Moment am Grøtfjord, aber trotzdem ein ganz besonderer Augenblick: Ein Rentier-Muttertier mit ihrem Jungtier. Ich stand auf dem Aussichtsturm am Aussichtspunkt Kaunispää bei Saariselkä in Finnland und ließ meinen Blick über die weite Umgebung schweifen. In der Ferne entdeckte ich zwei Rentiere, die ruhig grasten.

Vorsichtig stieg ich vom Turm hinab und bewegte mich langsam auf die beiden zu – und statt sich scheu zurückzuziehen, kamen sie tatsächlich gemächlich auf mich zu. Ich versuchte, ungestörte, natürliche Aufnahmen zu machen, doch die Tiere schauten meist auf den Boden, suchten nach Futter. Nur selten hob die Mutter kurz den Blick – aber dann, nach gefühlt unendlicher Zeit, kam es zu diesem einen perfekten Moment, in dem sich unsere Blicke trafen. Ich war bereit, das Smartphone klickte, und dieses einmalige Foto war im Kasten.
Für diesen besonderen Moment bin ich noch immer dankbar – pure Natur, gegenseitiger Respekt, sicherer Abstand und doch diese ganz kurze, intensive Verbindung zwischen Mensch und Tier. Vielleicht sogar ein kleines bisschen Vertrauen.
Besondere Geschichten
Ich übernachtete auf einem ruhigen Parkstreifen am Solojärvi-Strand bei Inari. Am Nachmittag hatte ich schon die beiden jungen Radfahrer mit Zelt am Ufer entdeckt – sie wirkten entspannt und alles schien in Ordnung.
Doch am Abend klopften die beiden plötzlich an meiner Tür. Sie waren Deutsche, frisch im Land, auf großer Tour mit ihren Fahrrädern. Leider hatte sich einer am Knie verletzt und sie waren unsicher, wie es weitergehen sollte. Die Frage war, ob ich sie am nächsten Tag zu einem Arzt fahren könnte. Da die Fahrräder nicht in meinen Camper passen, konnte ich sie nicht direkt mitnehmen – aber eine Lösung würde sich finden.

Am nächsten Tag brachte ich den verletzten Radfahrer mit meinem Auto zur Klinik nach Ivalo. Sein Freund fuhr mit beiden Fahrrädern nach Inari, nahm von dort den Bus und traf ihn später in Ivalo. Gemeinsam planten sie dann die weitere Reise.
Das war also meine „gute Tat des Tages“. Ich blieb in Kontakt und bekam Updates: Glücklicherweise war die Verletzung nicht schwer, das Radfahren fiel zwar aus, aber die Heimreise per Bahn und Flugzeug klappte gut. Das Knie heilte mit der Zeit aus.
Solche Begegnungen machen das Reisen nicht nur zu einem Abenteuer, sondern auch zu einer menschlichen Erfahrung.
Tipps / Hinweise / Erkenntnisse
DAS Sauna-Erlebnis bei Raaum Gard am Lusterfjord
Nach meinem Besuch der Stabkirche Urnes – der ältesten erhaltenen Stabkirche Norwegens und zugleich der einzigen mit UNESCO-Weltkulturerbe-Status – zog das Wetter langsam zu. Regen lag in der Luft. Also ging es weiter zum Ende des Lusterfjords, einem Seitenarm des Sognefjords, nach Skjolden. Dort hielt ich kurz an, sortierte mich – und suchte spontan nach einer Sauna.
Die Entscheidung fiel schnell: Raaum Gard sollte es sein.
Raaum Gard ist Teil von Nortrip (vergleichbar mit dem deutschen Landvergnügen): Übernachten gegen Nutzung eines lokalen Angebots – hier Sauna und/oder Whirlpool. Obwohl ich kein Mitglied bin, hatte ich Glück: Nach einem kurzen Gespräch bot mir die Betreiberin dennoch einen Platz an. Manchmal meint es das Leben einfach gut.

Der Hof liegt hoch über dem Fjord – mit einem fantastischen Blick auf den Lusterfjord. Von hier aus sieht man sogar die Stabkirche Urnes und im Halbstundentakt die kleine Fähre zwischen Solvorn und Ornes, die Besucher und Fahrzeuge zum Weltkulturerbe bringt. Es gibt auch eine Straße nach Skjolden, größtenteils einspurig und durchaus abenteuerlich – aber machbar.
Die Saunatonne steht direkt am Hang. Schon beim Aufguss öffnet sich der Blick über den Fjord, Wasser, Berge und Himmel – ein Moment, der sofort entschleunigt. Wärme, Stille, Weite. Einfach perfekt.
Ganz ehrlich: Aktuell gehört diese Sauna zu meinen persönlichen Top 3 der schönsten Sauna-Erlebnisse in Norwegen.


