Zum Inhalt springen

25.02.2026

05. Tag

Von Ropeid nach Ænes

Der angekündigte leichte Regen und die tief hängenden Wolken waren am Morgen pünktlich da – perfekte Voraussetzungen für einen entspannten Start. Also kein Grund zur Eile. Ich erledigte noch ein paar offene Admin-Themen, mixte mir meinen ersten Smoothie auf dieser Tour und brach schließlich gegen 10:30 Uhr auf.

Nach einem kurzen Tankstopp in Sand ging es direkt weiter zum ersten Wasserfall des Tages, dem Flesefossen. Auch dieser lag größtenteils tiefgefroren da. Manche Wasserfälle wirken in diesem Zustand besonders mächtig, andere eher wie erstarrtes Wasser – dieser hier lag irgendwo dazwischen. Erwähnenswert: Selbst an diesem Rastplatz direkt am Wasserfall waren die Toiletten auch im Winter geöffnet und betriebsbereit. Norwegen eben.

Ich hatte eigentlich gedacht, die stark verschneiten Gebiete nun hinter mir gelassen zu haben. Doch je näher ich Røldal kam, desto höher türmte sich der Schnee wieder rechts und links der Straße – teilweise auch noch auf der Fahrbahn selbst. Die Rv13 ist hier Teil der Landschaftsroute Ryfylke und führt weiter auf die E134.

Rund um Røldal war die Straße dann aber frei, was mich ermutigte, den geöffneten Pass Haukelivegen über das Heukelifjell in Angriff zu nehmen. Rund 30 Kilometer hinter Røldal liegt die Haukeliseter fjellstue – mein Ziel. Ich wollte sehen, wie sich die Strecke fährt, wie viel Schnee hier oben liegt und ob vielleicht sogar ein paar Sonnenstrahlen zu erhaschen wären. Je höher ich kam, desto mehr Eis und Schnee bedeckten die Straße. Aus +2 Grad in Røldal wurden schnell -7 Grad oben an der Fjellstue.

Da es sich deutlich kälter anfühlte, schaute ich mich nur kurz um. Im Restaurant fand ich spontan nichts für mich, also trat ich recht bald den Rückweg nach Røldal an. Natürlich nicht, ohne noch einen Abstecher zur Røldal Stabkirche zu machen – die erste Stabkirche, die ich je in Norwegen besucht hatte. Sie nun schneebedeckt zu sehen, war ein schöner, fast nostalgischer Moment.

Doch da war noch ein weiterer Punkt auf meiner Liste: ein Wasserfall, den ich unbedingt im gefrorenen Zustand sehen wollte. Also weiter. Kurz darauf geriet ich plötzlich in ein extrem dichtes Nebelfeld. Die Sicht lag deutlich unter 50 Metern – selbst für mich Grund genug, die Nebelscheinwerfer einzuschalten. Dieser Zustand hielt an bis kurz vor Låtefossen.

Der berühmte Doppelwasserfall war ebenfalls größtenteils gefroren. Auf der rechten Seite begann das Eis bereits aufzubrechen, sodass dort sowohl gefrorenes als auch fließendes Wasser zu sehen war – alles in einem diffusen, beinahe mystischen Licht. Ein wirklich besonderer Anblick.

Als geplanter letzter Stopp des Tages stand Lothepus Camping in Odda auf dem Zettel. Die Anlage wurde zuletzt stark renoviert, inklusive eines neuen Gebäudes, das einer Stabkirche nachempfunden ist. Es dient als Rezeption und beherbergt zudem ein Restaurant. Ich schaute mir alles in Ruhe an, entschied mich aber bei +1 Grad und leichtem Regen dagegen, hier zu bleiben. Also weiter. 

Ich verließ Odda und durchfuhr den knapp 11 Kilometer langen Folgefonntunnel auf die andere Seite – in der Hoffnung auf besseres Wetter. Diese erfüllte sich leider nicht. Dafür legte ich noch einen kurzen Stopp am wunderschön gefrorenen Furebergsfossen ein, bevor ich mich endgültig für die Nacht bei Ænes Camping entschied.

Ich war der einzige Gast. Der Besitzer hatte mich offenbar kommen sehen und erschien kurze Zeit später. Ich zahlte bar, nutzte Strom und eine herrlich heiße Dusche und richtete mich auf eine regnerische Nacht ein. Nicht jedoch, ohne zuvor meinen mitgebrachten Air Fryer – den Ninja Crispi – auszuprobieren. Hot Dogs standen endlich wieder auf dem Speiseplan, die Heißluftfritteuse kümmerte sich um die Brötchen.

Tipp:
Hot-Dog-Brötchen in die kleine Glasschale legen, Einstellung „Recrisp“, 2–3 Minuten. Ergebnis: außen leicht knusprig, innen heiß – ganz wunderbar.

Übernachtung: Ænes Camping
Übernachtungsart: Camping
Tageskilometer: 232
Wetter: Regen

 

WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner