Zum Inhalt springen

23.02.2026

03. Tag

Von Lindesnes bis kurz vor Kartavoll (Fv133)

Der Regen weckte mich – damit war klar: Weitere Fotos vom Leuchtturm würden es heute nicht mehr werden. Also kein Zögern, es konnte losgehen. Kurz nach 9 Uhr verließ ich den Parkplatz in Richtung Lyngdal. Die Strecke war stellenweise etwas anspruchsvoll: frischer Schnee, Kälte, ständiges Auf und Ab. Für Mokel jedoch kein Thema – souverän wie immer.

Nach einem kurzen Frühstücks-Einkauf in Lyngdal begann die nächste kleine Geduldsprobe: Rastplätze. Entweder noch komplett zugeschneit oder so unpraktisch gelegen, dass ich lieber gar nicht erst draufgefahren bin – man will ja auch wieder sicher runterkommen. So zog sich das Ganze bis kurz vor Åna-Sira, und erst um 11:22 Uhr konnte ich endlich mein liebgewonnenes norwegisches Frühstück einwerfen.

Der nächste Stopp war dann eine echte Premiere: der Jøssingfjord – genauer gesagt die berühmten Doppelhäuser von Helleren, die unter einem massiven Felsüberhang stehen. Der rund zehn Meter hohe Überhang bot früher natürlichen Schutz und machte den Ort schon früh bewohnbar. Heute ist Helleren eine bekannte Attraktion, auch wenn die Häuser inzwischen verschlossen sind und nur noch von außen bestaunt werden können. Dennoch: ein beeindruckender Ort.

Ein kurzer Halt folgte am Rastplatz oberhalb des Fjords. Die Geschichte dazu habe ich bereits früher erzählt – diesmal wollte ich mir den kleinen Extra-Tunnel neben dem Straßentunnel anschauen, der ebenfalls einen Rastplatz beherbergt. Leider war dort eine große, verschlossene Doppeltür. Also: Plan gescheitert, weiter geht’s.

Der Himmel hellte sich leicht auf – zumindest kein Regen mehr, kein Schnee, und sogar ein Hauch von Wärme. Tageshöchstwert: stolze 5 Grad. Nächstes Ziel war Sogndalstrand. Zuletzt hatte ich Bilder gesehen, auf denen das Wasser wild unter der alten Eisenbrücke hindurchschoss und sich entlang der direkt am Wasser stehenden Häuser drückte. Heute hingegen: alles ruhig, fast zahm. Kein Blau, keine Sonne – es blieb bei ein paar Alibi-Fotos.

Ich hatte zuvor von einer besonderen Felsformation gelesen, einer riesigen Gletschermühle namens Nesvåghålo. Das Wetter war akzeptabel, also wagte ich es. Enge Straßen führten zum ausgewiesenen Parkplatz, von dort ging es zu Fuß weiter. Die Abkürzung durch den Wald ließ ich bewusst aus – stattdessen folgte ich den Straßen, auch wenn diese teils über Privatwege führten. Ein etwas ungutes Gefühl, aber nun war ich einmal unterwegs.

An einem Gatter angekommen, hinter dem mich rund zwei Dutzend Schafe lautstark empfingen, hielt ich kurz inne, prüfte Karte und Standort – alles korrekt. Inzwischen erkannte auch ich die hellblauen Markierungen zum Ziel. Es passte also. Kurz vor dem eigentlichen Ziel zeigte sich dann genau das, wovor im Artikel gewarnt worden war: glatte Felsen, steil und bei Nässe oder winterlichen Bedingungen alles andere als vertrauenerweckend. Das Risiko war mir zu hoch. Also Umkehr – und ein neuer Eintrag auf der Bucket List für einen trockeneren Tag.

Inzwischen war es kurz vor 16 Uhr. Mein Plan: noch bis Brusand fahren und idealerweise direkt an den Strand – der Wetterbericht versprach Sonne zum Abend. Machen wir es kurz: Die Sonne hielt sich nicht an die Prognose. Auf dem Parkplatz suchte ich nach Alternativen und entschied schnell, dass ich hier unter diesen Bedingungen nicht über Nacht bleiben wollte.

Der erste Versuch weiter nördlich scheiterte: dichter Bodennebel und kein Netz – keine gute Kombination. Also ein paar Kilometer weiter und plötzlich war wieder alles da: Licht, Empfang, Übersicht. Ich bezog meinen Schlafplatz auf einem Parkplatz, der normalerweise als Ausgangspunkt für Wanderungen dient. Ruhig, unspektakulär – genau richtig für diese Nacht.

Übernachtung: Parkplatz Tordalsvegen – Fv133
Übernachtungsart: Wild Camping
Tageskilometer: 195
Wetter: Wolken

 

WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner